Es darf debattiert werden: Play-off-Modus ja oder nein?

In einem Play-off-System käme es in der Vorrunde zu zahlreichen Lokalduellen wie hier zwischen der SG Bachem/Walporzheim (schwarze Hosen) und der Grafschafter SG, würden die Gruppen doch nach regionalen Gesichtspunkten gebildet (Foto: Vollrath).

Zum zweiten Mal ist nun corona-bedingt eine Fußball-Saison nicht zu Ende gespielt worden. Beide Male nach ausgiebigen Diskussionen um das Für und Wider, aber auch darum, wie und nach welchem Modus die Spielzeit vielleicht doch noch hätte gerettet werden können. Eine Variante, die immer wieder als Möglichkeit eingebracht wurde: Play-off-Runde.

Natürlich hat man sich auch im Vorstand des Fußballkreises Rhein/Ahr darüber Gedanken gemacht – und macht sie sich noch. Wäre es nicht an der Zeit, den Meisterschaftsmodus zu verändern? Und wenn ja, wie? Überlegungen, die auch in anderen Fußballkreisen gerade angestellt werden. Zuletzt sprach zum Beispiel Peter Löcher, Vorsitzender des Fußballkreises Koblenz, davon, die dortigen Staffeln zu halbieren. Seine Argumente: „Mehr geografische Nähe wäre aus Sicht der Vereine wünschenswert. Durch die Verkürzungen der Staffeln wäre auch mehr Flexibilität vorhanden.“

Daran wäre auch Dieter Sesterheim, dem Vorsitzenden des Fußballkreises Rhein/Ahr, gelegen, wobei er allen Gedankenspielen eine klare Prämisse voranstellt: „Wenn wir etwas ändern, sollen die Vereine mitentscheiden. Sie sind zur Diskussion ausdrücklich eingeladen.“

Und wenn sich denn etwas verändert, müsste das auch in Absprache mit dem FVR geschehen und mit dem Verbandsspielausschuss abgestimmt werden. Zumal der FVR derzeit ohnehin über eine Verbandsreform nachdenkt, die eine Reduzierung der Kreise mit sich bringen könnte. Die letzte größere Veränderung liegt nunmehr schon 17 Jahre zurück: die Einführung der Rheinlandliga als höchster Klasse des Verbandes in der Saison 2003/2004, in der die damalige Verbands- mit der Landesliga quasi zusammengefasst und so eine Klasse eingespart wurde.

Nun also ein Play-off-System auf Kreisebene. Wie stellt sich Sesterheim das vor? Beispiel A-Klasse: Statt einer 15er-Staffel gäbe es dann zunächst drei nach regionalen Gesichtspunkten gebildete Fünfer-Staffeln.

Aktuell könnten die so aussehen:

SG Bad Breisig/Inter Sinzig, Ahrweiler BC II, SG Westum/Löhndorf, SG Dernau/Mayschoß, SG Landskrone Heimersheim; SG Kempenich/Spessart, SG Hocheifel, SG Ettringen, TuS Kottenheim, Rheinland Mayen;
SG 99 Andernach II, SG Eich/Nickenich/Kell, SG Maifeld, SC Saffig, Spfr Miesenheim.

Die würden zunächst eine einfache Runde spielen, jeder hätte zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele. Danach käme es für die Play-offs zur Bildung einer Meisterschafts- und einer Abstiegsgruppe. Die besten zwei Teams jeder Staffel sowie die beiden besten Drittplatzierten kämen in die eine, der Rest in die andere Gruppe, wobei die bis dahin erreichten Punkte übernommen werden.

Es schließt sich eine Play-off-Runde mit Hin- und Rückspiel an, wobei es noch zu überlegen wäre, ob Mannschaften, die sich schon in der ersten Runde begegnet sind, erneut gegeneinander spielen sollen oder nicht. Wenn ja, stünden in der Meisterrunde 14 und in der Abstiegsrunde zwölf Spiele auf dem Programm.

Die Vorteile dieses Modus‘ benennt der Vorsitzende Sesterheim so: „Damit hätten wir am Ende weniger Spieltage. Zudem gäbe es dann viele interessante Lokalduelle.“ Ein weiterer Vorteil aus seiner Sicht: Wochenspieltage würden entfallen, und Kreispokalspiele könnten an Wochenenden ausgetragen werden.

Etwas kniffliger wäre die Einteilung für die B- und C-Ligen, in denen es derzeit jeweils zwei 13er-Staffeln gibt, insgesamt also je 26 Teams. Eine denkbare Möglichkeit: vier Fünfer- und eine Sechser-Staffel. In den D-Klassen gibt es derzeit zwei Zwölfer-Staffeln. Was dann in einem Play-off-System zu vier Sechser-Staffeln führen würde. „Aber da müssen wir noch abwarten, ob es nicht noch Veränderungen gibt“, sagt Sesterheim. Zwar habe es bislang noch keine Abmeldung gegeben, aber durch die Bildung oder Veränderung von Spielgemeinschaften sind immer noch Änderungen möglich.

Nun wartet der Kreisverband erst einmal auf die Reaktionen der Vereine. Sollten die Kreistage als Präsenzveranstaltung stattfinden, kann da ja auch noch im direkten Miteinander diskutiert werden, am 7. Juni in Kripp auf Jugendebene (wo es ohnehin schon eine Orientierungsrunde gibt), und am 2. Juli in Dernau bei den Senioren.

Und wann könnte die nächste Saison dann beginnen? „Wenn alles gut geht, Ende September, Anfang Oktober“, antwortet Sesterheim, um jedoch gleich auch anzufügen: „Aber das ist ja kein Wunschkonzert.“

[Quelle: Rhein-Zeitung]