11.05.2021

Der SV Kripp gehört seit 75 Jahren dazu

Die Fußballer des SV Kripp bei der Sportplatzeinweihung 1961 (Foto: Vollrath).
 
„Es ist wirklich schade, dass wir dieses Jubiläum nicht angemessen feiern können“, stellt der Vereinsvorsitzende Klaus Krämer einigermaßen resigniert fest. Aber so ganz stumm will man das Jubiläumsjahr dann doch nicht über sich ergehen lassen. „Wir planen jetzt erst einmal für den Spätsommer oder Frühherbst eine Open-Air-Party mit Livemusik, in der Hoffnung, dass so etwas dann wieder möglich ist“, gibt sich Krämers Stellvertreter Marc Göttlicher optimistischer.
 
Seit seiner Gründung am 17. April 1946 hat sich der SV Kripp, von der Mitgliederzahl her inzwischen der zweitgrößte Verein im Stadtgebiet von Remagen, dem Breitensport verschrieben. Bereits in der Gründungsversammlung plante man, Fußball, Handball, Leichtathletik, Tennis, Faustball, Tischtennis, Kegeln und Schach anzubieten. Und auch, wenn schließlich nicht jede dieser Sportarten dauerhaft ausgeübt wurde, wuchs das Sportangebot im Lauf der Jahre stetig.
 
Zur Sportart der ersten Stunde gehörte der Fußball. Bereits 1946 trugen die Kripper Fußballer ihre ersten Spiele aus, ehe sie ein Jahr später am offiziellen Staffelbetrieb teilnahmen. Eine zweite Mannschaft bestand bereits ab 1950. Kontinuierlich wuchs die Fußballabteilung, sodass sich schnell auch Kinder und Jugendliche vom Ballsport begeistert zeigten und Mitte der 50er-Jahre erstmals Jugendmannschaften im Spielbetrieb gemeldet werden konnten.
 
Über Jahre war auch die Tischtennisabteilung ein Aushängeschild des Vereins. Allerdings trennten sich die Wege 1981, und die ehemalige Tischtennisabteilung gründete mit dem TTC Kripp einen neuen Verein. Ebenfalls nicht von Dauer war die Leichtathletikabteilung: 1962 gegründet, machten viele Sportler bei verschiedenen Sportarten gleichzeitig mit. Doch fehlende oder schlechte Trainingsbedingungen auf dem damaligen Sportplatz ließen den Elan der Leichtathleten schließlich einschlafen.
 
Besser lief es bei den Turnern, aus deren Kreis sich bis heute ein umfangreiches Fitnessangebot entwickelt hat. Los ging es im Herbst 1969, als sich 15 Frauen zusammenfanden, um Bodenturnen, Geräteturnen, Leichtathletik und vor allem Gymnastik zu betreiben. Sie trafen sich einmal wöchentlich, um für eine Stunde in der Aula der Grundschule zu trainieren. Neben dem Sport wurde auch die Geselligkeit gepflegt. Ab 1980 erweiterte sich das Übungsprogramm um Yoga- und Aerobicstunden. Heute können die Teilnehmer aus acht unterschiedlichen Kursen wählen. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen Spezialkurse wie „Fit mit Kinderwagen“ oder „Mama fit – Baby mit!“ angeboten, und auch eine große Kinderturnabteilung fehlt nicht.
 
Und dann ist da ja noch der Karneval, der in Remagens südlichstem Ortsteil schon seit den 60er-Jahren fest im Sportverein verankert ist. Zum einem trainierten die Tanzmädchen der KG schon damals innerhalb offizieller Turnstunden, zum anderen finden sich beim Sportverein in dieser Zeit die Wurzeln des Kinderkarnevals. So war der Karneval innerhalb des SV Kripp lange eine Angelegenheit der „kleinen Leute“, bis 1982 der Anstoß zur Entstehung der Prinzengarde kam, zu denen sich kurz darauf noch die Stadtsoldaten gesellten. Der Erfolg von Prinzengarde und Stadtsoldaten lässt sich auch an den in den vergangenen Jahren immer wieder steigenden Mitgliederzahlen ablesen. „Gerade unserer Karnevalsabteilung ist der jüngste Zuzug vieler junger Familien in unseren Ort zugutegekommen“, beschreibt Vereinschef Krämer die Situation.
 
Im Jubiläumsjahr steht der SV Kripp auf einem gesunden Fundament, konnte im vergangenen Jahr seine vereinseigene Gymnastikhalle am Kripper Sportplatz einweihen und zählt derzeit knapp 700 Vereinsmitglieder. Und daran hat – zumindest bis jetzt – auch die seit mehr als einem Jahr andauernde Pandemie nichts ändern können. Nur eben auf die üppige 75-Jahr-Feier und das sonst übliche Sportangebot müssen die Kripper SV-Mitglieder im Moment verzichten.

[Quelle: Rhein-Zeitung]